10 faszinierende Fakten über den Totentempel der Hatschepsut
Totentempel der Hatschepsut bei Sonnenlicht mit Felswänden im Hintergrund

Der Totentempel der Hatschepsut ist eines der beeindruckendsten Bauwerke des alten Ägyptens. Er befindet sich in Deir el-Bahari, am westlichen Nilufer gegenüber von Karnak in Luxor. Eingebettet in eine dramatische Felskulisse erhebt sich dieser einzigartige Tempel in eleganter Symmetrie aus dem Wüstenboden.

Er wurde im Neuen Reich unter der Herrschaft der Königin Hatschepsut errichtet – einer Frau, die Geschichte schrieb. Sie war nicht nur Regentin, sondern Pharaonin. Eine Frau auf dem Thron Ägyptens war eine Ausnahme. Doch Hatschepsut war keine gewöhnliche Herrscherin. Sie regierte mit Weitsicht, baute wirtschaftliche Beziehungen auf und hinterließ ein architektonisches Erbe, das noch heute Touristen und Wissenschaftler gleichermaßen fasziniert.

In diesem Artikel zeigen wir dir 10 spannende und wissenswerte Fakten über den Totentempel der Hatschepsut, über das Leben der Königin selbst, ihre Rivalität mit Thutmosis III., ihre größten Erfolge und wie du ihren Tempel ganz bequem von Hurghada, Marsa Alam oder sogar Kairo aus besuchen kannst.

1.Hatschepsut – Eine Frau wird Pharao

Hatschepsut war die Tochter von Thutmosis I. und wuchs am Königshof auf. Sie heiratete ihren Halbbruder Thutmosis II., um die Blutlinie zu sichern. Als ihr Ehemann jung verstarb, wurde sein Sohn Thutmosis III. Pharao – doch er war noch ein Kind. So übernahm Hatschepsut die Regierungsgeschäfte als seine Vormundin.

Aber sie ging noch einen Schritt weiter: Nach nur wenigen Jahren ließ sie sich selbst zur Pharaonin krönen. Damit war sie nicht mehr nur Regentin, sondern gleichberechtigte Herrscherin.

In den Darstellungen ließ sie sich mit männlicher Kleidung und königlichem Zeremonialbart abbilden, um ihre Macht zu unterstreichen. Diese ungewöhnliche Darstellung half ihr, von den Priestern akzeptiert zu werden – vor allem im Tempel des Amun in Karnak. Der Totentempel der Hatschepsut sollte später ihre Macht symbolisch festigen und ihr ein Denkmal setzen, das die Jahrtausende überdauert.

2.Die Beziehung zu Thutmosis II. und III. – Macht und Konflikt

Thutmosis II. war ihr Ehemann, starb aber jung. Der gemeinsame „Nachfolger“ Thutmosis III. war zu Beginn ihrer Herrschaft ein Kind. Zunächst agierte Hatschepsut als seine Beraterin. Doch als sie sich zur Pharaonin krönen ließ, verdrängte sie ihn politisch.

Nach ihrem Tod übernahm Thutmosis III. die alleinige Macht. Es wird vermutet, dass er gezielt versuchte, Hatschepsuts Erbe auszulöschen. Der Totentempel der Hatschepsut wurde teilweise beschädigt. Statuen wurden zerstört, ihre Kartuschen entfernt.

War es Rache? Oder nur ein Akt politischer Neuausrichtung? Historiker sind sich uneinig. Was jedoch sicher ist: Hatschepsut war eine starke Herrscherin – und eine politische Figur mit Feinden. Der Versuch, sie zu löschen, scheiterte. Ihr Tempel steht noch immer.

3.Der Totentempel der Hatschepsut – Architektur der Superlative

Der Totentempel der Hatschepsut gilt als architektonisches Meisterwerk. Er wurde in drei Terrassen gebaut, die mit breiten Rampen verbunden sind. Der Bau orientierte sich an einem älteren Tempel von Mentuhotep II., wurde aber deutlich größer und präziser umgesetzt.

Er besteht aus langen Kolonnaden, eindrucksvollen Reliefs und mehreren Kapellen. Besonders auffällig ist die Harmonie zwischen Bauwerk und Umgebung. Der Felsen im Hintergrund scheint Teil des Tempels zu sein – oder umgekehrt.

Der Architekt dieses Wunderwerks hieß Senenmut – ein Mann, der eine zentrale Rolle in Hatschepsuts Leben gespielt haben soll. Manche vermuten sogar, er war ihr Geliebter. Sicher ist: Ohne ihn gäbe es den Totentempel der Hatschepsut in dieser Form nicht.

4.Expedition nach Punt – dargestellt im Tempel

Eines der beeindruckendsten Reliefs im Totentempel der Hatschepsut zeigt die berühmte Handelsreise ins Land Punt. Punt war ein sagenumwobenes Königreich, vermutlich im heutigen Somalia oder Eritrea.

Die Szenen zeigen Schiffe, exotische Tiere, Gold, Elfenbein, Weihrauch und fremde Pflanzen. Es ist die älteste bekannte Darstellung eines Seefahrtshandels in dieser Form. Diese Expedition war ein politischer und wirtschaftlicher Triumph für Hatschepsut – und ein Propagandainstrument.

5.Der Totentempel als religiöses Zentrum

Der Totentempel der Hatschepsut war nicht nur ein Monument für die Ewigkeit. Er diente auch religiösen Zwecken. Der Tempel war Amun-Re gewidmet, dem Hauptgott Thebens. Es gab Kapellen für Anubis und Hathor.

Zahlreiche Rituale wurden hier abgehalten. Opfergaben, Prozessionen und Festtage fanden im Tempel statt. Besonders wichtig war das Opet-Fest, bei dem Götterstatuen zwischen Luxor und Karnak transportiert wurden – und auch Station in Deir el-Bahari machten.

6.Besuch des Totentempels von Hurghada aus

Der Totentempel der Hatschepsut lässt sich hervorragend von Hurghada aus besuchen. Die Fahrt nach Luxor dauert ca. 4 Stunden. Es gibt Ausflugsmöglichkeiten von Hurghada besuchen beinhalten um den Besuch von:

  • Tal der Könige
  • Karnak-Tempel
  • Memnon-Kolossen
  • und natürlich: Totentempel der Hatschepsut

Private Führungen mit deutschsprachigem Ägyptologen sind besonders beliebt. Sie bieten tiefere historische Einblicke und genug Zeit für Fotos und Fragen.

7.Besuch von Marsa Alam aus

Auch von Marsa Alam sind Touren nach Luxor möglich. Der Weg ist etwas weiter, aber mit gut organisiertem Transfer machbar. Der Totentempel der Hatschepsut ist hier ebenfalls ein Highlight des Tagesprogramms. Viele Reisende kombinieren ihn mit einer Nilfahrt oder einer Luxor-Übernachtung.

8.Besuch aus Kairo – Flug oder Rundreise

Von Kairo aus ist Luxor per Inlandsflug schnell erreichbar. Ideal für mehrtägige Ausflüge oder geführte Kulturreisen. Der Totentempel der Hatschepsut wird oft mit weiteren Klassikern kombiniert – perfekt für alle, die mehr sehen wollen als nur die Pyramiden.

9.Was du vor dem Besuch wissen solltest

  • Der Tempel ist morgens am schönsten – wegen Licht und weniger Hitze.
  • Sonnencreme, Kopfbedeckung und Wasser sind Pflicht.
  • Eintrittskarten gibt es vor Ort oder online.
  • Die beste Reisezeit ist Oktober bis April.
  • Fotografieren ist erlaubt (teilweise gegen Gebühr).

10.Fazit: Warum du den Totentempel der Hatschepsut nicht verpassen solltest

Der Totentempel der Hatschepsut ist ein Ort der Geschichte, der Schönheit und der Macht. Er erzählt von einer Frau, die sich gegen alle Regeln durchsetzte. Von einer Herrscherin, die Handel, Baukunst und Religion meisterhaft kombinierte.

Ein Besuch dort ist wie eine Reise in die Vergangenheit – zu einer der bedeutendsten Pharaoninnen, die Ägypten je gesehen hat.

Ob von Hurghada, Marsa Alam oder Kairo – der Weg lohnt sich!

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